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Creality stellt CR-10 V2 vor

Creality hat eine überarbeitete V2 Version des beliebten 3D Drucker Bestsellers CR-10 vorgestellt:

Creality 3D CR-10 V2 (official)Creality 3D CR-10 V2 (cn)

Zu den beworbenen Features zählen unter anderem:

  • Bauteilkühlung von zwei Seiten
  • Extruder nach Wahl als Direkt oder Bowden-Extruder konfigurierbar/umbaubar
  • 24V/350W MW Netzteil
  • All-Metal Extruder
  • Auto-Leveling via BL-Touch
  • MB mit TMC 2208 Schrittmotortreibern
  • Fortsetzung des Drucks nach Stromausfall
  • Stabilisatoren für die Z-Achse nunmehr serienmäßig verbaut

Der Preis im offiziellen Store liegt bei $499 (zum Vergleich: der normale („V1“) CR-10 kostet $379 und der CR-10S derzeit $479).

…soweit alles ganz nett und durchaus interessant. Schaut man sich den Neuzugang allerdings etwas genauer an, fällt zwangsläufig auf, dass es kaum etwas wirklich Neues an dem Drucker gibt.

Zum Positiven:

  • Zu begrüßen ist v.a. der Umstieg auf 24V der bei der CR-10 Linie längst überfällig war. Die ggü. 12V verdoppelte Spannung garantiert im Gegenzug niedrigere Ströme v.a. am Heizbett und damit ein reduziertes Risiko für Brände an schwachen/defekten Leitungen oder Anschlüssen. Auch das HotEnd profitiert gewiss von der erhöhten Spannung.
  • Die beidseitige Bauteilkühlung ist theoretisch ein kleiner Fortschritt ggü. der alten Konstruktion, bei der das frisch aus dem HotEnd austretende Filament nur von einer Seite angepustet wurde.
  • Der All-Metal Extruder wird sicherlich länger halten als sein ABS Pendant beim alten Modell.
  • BL-Touch Auto Bed Leveling ist ein willkommenes neues Feature beim CR-10…
  • …genauso wie die bewährten TMC 2208 Schrittmotortreiber.
  • Z-Achsen Stabis und Resume after power loss sind… naja… nicht schlecht sicherlich.

Das ultimative Feature – sofern es denn funktioniert – dürfte die Möglichkeit sein, den Extruder sowohl als Direktextruder als auch als Bowden Extruder zu verbauen. Problematische Filamente, wie TPU oder vergleichbare, dürften massiv davon profitieren (sofern der Extruder seinen Job generell gut macht).

Bei kritischer Betrachtung allerdings komme ich nicht umhin festzustellen, dass…:

  • 24V beim CR-10 spätestens seit der Einführung des Ender-3 mehr als überfällig gewesen sind. Es geht meiner Meinung nach kaum an, dass ein „entry-level“ Modell wie der Ender-3 über bessere technische Eigenschaften verfügt, als das Zugpferd einer Firma. (Der Ender-3 ist mittlerweile über 1-1,5 Jahr(e) alt!)
  • Die Bauteilkühlung des V2 von beiden Seiten ist „nice-to-have“, allerdings muss man unter dem Strich festhalten, dass es ein Merkmal des CR-10 in nahezu allen Reviews seiner Zeit gewesen ist, dass er seit je her verdammt gute PLA Druckergebnisse geliefert hat – ja, mit seinem total unvollkommenen Cooling-Setup. Ob und wie gut das neue Setup funktioniert muss noch getestet werden!
  • Der „neue“ All-Metal Extruder ist eine 1:1 Kopie des ursprünglichen Extruders. Funktioniert er? Klar! Ist er ein echter Fortschritt angesichts eines Umfelds das sich in der Zwischenzeit mehr als weiterentwickelt hat? Vermutlich nein…
  • BL-Touch Leveling ist schön, letztlich Geschmackssache – ich persönlich mag keine Probes, die mit X/Y Offsets arbeiten müssen. Es ist auch nicht ganz klar, welchen Sensor Creality hier bei der Creality 3D CR-10 V2 genau einsetzt.
  • TMC 2208 und Resume on power loss – was soll ich dazu sagen? Die TMC 2208 sind super, aber für ein wirklich neues Produkt hätte ich mir die aktuellen 2209 gewünscht. Die Fortsetzung des Drucks bei Stromausfall ist ein reines (Software-)Vorjahresfeature, dass es endlich (!) ins Standardprodukt geschafft hat – oookay: Hooray!
  • Das verbaute Mainboard ist nicht genauer benannt worden, daher vermute ich, dass es etwas aus dem aktuellen Creality Standardrepertoire wie das V1.1.5 sein dürfte (update: lt. Creality ist es ein „neues“ 2.5.2). Dabei haben wir es mit einem propriäteren 8-bit MB mit fest verlöteteten Schrittmotortreibern zu tun, während die aktuelle Boardentwicklung sich immer weiter in Richtung 32-bit bewegt. Aktuelle 32-Boards mit gesockelten Schrittmotortreibern sind flexibler und zukunftsweisender als proprietäre, geschlossene Wegwerf-Hardware.
  • Z-Achsen Stabis sind… vermutlich super hilfreich. (Und da sie sich bei Creality nur mäßig verkauft haben und in Massen auf Lager liegen, spricht natürlich nichts dagegen, sie in der V2 als Standard zu verbauen. :))
  • Ach ja, als echter CR-10 Nachfolger hat der Creality 3D CR-10 V2 direkt zwei Z-Achsen (komischer Weise erwähnt Creality das nirgends.)

Unterm Strich ist nicht ganz klar welches Problem der neue Creality 3D CR-10 V2 3D Printer letztlich genau lösen soll. Er ist meiner Meinung nach eine halbgare Melange aus CR-10 bzw. CR-10S gemixt mit ein paar Teilen aus dem etwas aktuelleren Creality Portfolio (d.h. Creality Lagerresten). Etwas das wir bei Creality leider schon öfter beobachten konnten. Schade, dass man bei Creality nunmehr die eigene Ikone (als das würde ich den CR-10 durchaus bezeichnen) in den Fleischwolf schmeißt und ihn auch noch verwurstet.

Die Änderungen wären für einen Creality 3D CR-10 V1.5 ausreichend gewesen, für eine Creality 3D CR-10 V2 reicht all das meiner Meinung nach definitiv nicht.

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Wie alles begann… (Tschüss, CTC i3 Pro B!)

Mitte 2016, nach dem Besuch der Maker Faire in Hannover, fiel die Entscheidung: „So ein „Plastik-schmelz-und-form-Ding“ will ich jetzt auch!“.

Natürlich sollte es etwas „möglichst günstiges“ sein, schließlich „weiß man ja gar nicht, ob man sich damit längerfristig beschäftigen will“ und „so ein High-End Teil braucht man doch eh nicht“…

Gesagt, getan, für damals 190,90€ (!) wurde ein CTC i3 Pro B bei eBay gekauft. (Nicht, dass ich beim Kauf gewusst hätte, dass das genau dieses Druckermodell gewesen ist, das musste erst mühsam im Nachgang erforscht werden.)

Die Ernüchterung folgte sogleich: das Ding wollte einfach nicht gescheit drucken! Schon beim Zusammenbau fehlten Schrauben, der Extruder war der Horror, irgendeine Art von Präzision war nicht existent, die Temperatur des Heizbetts im Display immer 40°C höher als in Wirklichkeit und wenn man nicht aufpasste, war ein u.U. tödlicher Stromschlag mit 230V nicht auszuschließen – schließlich waren am Netzteil offene Leitungen frei zugänglich. So wie es daherkam, war es allenfalls als PLA Drucker zu gebrauchen, aber ausgerechnet eine Filamentkühlung fehlte, so dass die Drucke aussahen, wie fettiger Teig an der Sonne, d.h. sofern es überhaupt gelang, irgendetwas an Filament durch den dauernd durchrutschenden/blockierenden Extruder zu bekommen.

Das Modell wird bis heute regelmäßig als „Upgraded Version 201X Printer blahblahblah“ für knapp 85-90€ bei eBay verkauft, ohne dass irgendetwas wesentliches an der Konstruktion verändert worden wäre und wird offensichtlich nach wie vor viel nachgefragt.

Mit viel Mühe und Not ist es mir im Laufe einiger Wochen und Monate dann irgendwie gelungen, dem CTC i3 Pro B Gebilde ein paar Teile zu entlocken, die dann die Basis für einen selbst gebauten P3Steel auf Basis von toolsons Modifikationen bildeten (den ich bis heute regelmäßig nutze und der das vielleicht beste Druckbild erzeugt das ich kenne.)

Warum also ein wehmütiges „Tschüss CTC i3 Pro B!“???

Ganz simpel: Weil es ab Werk i.d.R. zwar kein funktionierender 3D Drucker ist, gleichwohl bietet dieses Modell eine wunderbare Spielwiese, um sich mit 3D Druckern vertraut zu machen. Gerade die Tatsache, dass an dem Drucker kaum etwas wirklich gut funktioniert, schärft den Blick für das worauf es ankommt ungemein.

An und für sich sollte aus den Einzelteilen irgendwann ein neuer, soliderer P3Steel XL auf Basis des Designs von OrballoPrinting werden und auch wenn ich den entsprechenden Rahmen hier habe, ist es aus Zeitgründen nicht mehr dazu gekommen.

Der CTC i3 Pro B geht heute nämlich als Spielwiese weiter an meinen Vater, als kleines Geburtstagsgeschenk, da sich dieser seit einiger Zeit auch für das Thema zumindest rudimentär interessiert.

Um ihm den Einstieg etwas zu vereinfachen, habe ich Marlin 1.1.8 für das GT2560 Mainboard und das gesamte Umfeld des CTC i3 Pro B angepasst, inklusive Mesh Bed Leveling. Mein MB von 2016 hatte übrigens bereits einen funktionierenden Bootloader. Die einzige Herausforderung bestand lediglich darin, die korrekte Baud Geschwindigkeit herauszubekommen (bei mir 115200). Die Temperatur des Heizbetts ist immer noch um ca. 40°C zu hoch, das konnte ich auf die Schnelle nicht ausmerzen.

Für alle Interessierten lade ich meine Fasssung der Marlin 1.1.8 Firmware für den CTC i3 Pro B unter Ausschluss irgendwelcher Zusicherungen hier hoch und wünsche Euch viel Spaß damit.

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Creality 3D CR-X Verlosung

Creality 3D CR-X

Creality 3D veranstaltet gerade eine CR-X Verlosung. Der CR-X ist der neueste Spross der Creality 3D Familie und soll als erster dual Extruder/zwei Farben fähiger 3D Drucker von Creality, den Multicolordruck populärer machen.

Weitere Infos zum Drucker gibt es hier, Möglichkeiten wie Ihr an der Creality 3D CR-X Verlosung teilnehmen könnt, findet Ihr unter:

Creality 3D CR-X Verlosung

 

Das CR-X Gewinnspiel läuft lt. Creality 3D bis zum 31. August 23:59:59 PT.

Viel Erfolg!

P.S.: coqaulores.de feiert in Kürze einjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass erwarten Euch hier demnächst interessante Angebote und Preisnachlässe. Bleibt dran!